Studenten üben sich im anwaltlichen Berufsrecht

Buce­rius Law School glänzt beim Soldan Moot Court

Lesedauer: 3 Minuten
Beim Soldan Moot Court dürfen sich Jurastudenten in anwaltlichen Disziplinen messen und die besten können sich sogar über Preise freuen. Wie schon im letzten Jahr kamen die Sieger auch diesmal aus Hamburg.

Die trockene Theorie des Jurastudiums einmal links liegen lassen und stattdessen Schriftsätze verfassen und vortragen wie ein Anwalt: Diese oftmals willkommene Abwechslung bieten Jurastudenten sogenannte Moot Courts, in denen Prozessführung wie vor einem echten Gericht simuliert wird. Einer der prestigeträchtigsten ist der Soldan Moot Court, der in diesem Jahr vom 12. bis 14. Oktober an der Leibniz Universität in Hannover zum fünften Mal ausgetragen wurde. Diesmal ging die Bucerius Law School aus Hamburg als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, zu dem Universitäten aus ganz Deutschland mitunter gar mehrere Teams entsenden. Schließlich geht es nicht nur für die Studenten selbst darum, sich von ihrer besten Seite zeigen zu können. Auch die Unis können glänzen, wenn ihre Vertreter Preise abräumen. In der Finalrunde des diesjährigen Moot Court setzte sich die das erste Team der Hamburger Privathochschule mit Katharina Tisch, Sandro Birkenhof, Michael Cremer und Clemens Dohm gegen die Vertreter der Universität Bonn durch. Manfred Wissmann, Vorsitzender der Soldan Stiftung, übergab ihnen den Soldan-Preis für die beste mündliche Verhandlung. Damit lösten sie ihre Lokalrivalen von der Universität Hamburg ab, die im letzten Jahr Sieger gewesen waren.

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Thema ist anwaltliches Berufsrecht

"Der Soldan Moot hat sich längst etabliert. Mehrere juristische Fakultäten sind gleich mit mehreren Teams nach Hannover gereist. Die Studierenden schätzen es, ihr Wissen und Können in diesem praxisorientierten Wettbewerb unter Beweis zu stellen" freute sich Prof. Dr. Christian Wolf, Leiter des Instituts für Prozess- und Anwaltsrecht (IPA) in Hannover und zuständig für die wissenschaftliche und organisatorische Durchführung des Wettbewerbes, über den wieder einmal regen Zuspruch für den Moot Court. Thematisch ging es auch in diesem Jahr wieder um das anwaltliche Berufsrecht - eine Studenten regelmäßig eher unbekannte Materie. Ziel der Veranstaltung sei es, das Verständnis der Studierenden für den Anwaltsberuf und berufsrechtliche Fragestellungen zu stärken, erklärte Organisator Wolf. Auch für ihre Schriftsätze wurden die Teams der Bucerius Law School gewürdigt: Beim von der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) verliehenen Preis für den besten Klägerschriftsatz musste sich das zweite Team nur der Universität Bielefeld geschlagen geben*. Beim Preis des Deutschen Anwaltvereins (DAV) für den besten Beklagtenschriftsatz belegte Team eins der Hamburger ebenfalls den zweiten Platz hinter den Siegern von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 

Mehr Teams als zuvor

Florian Eckert von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg zeigte die beste mündliche Einzelleistung in der Vorrunde. Wolf überreichte ihm dafür den Preis des Deutschen Juristen-Fakultätentages: Ein Fahrrad in den Farben und mit Logo der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW). In diesem Jahr hatten die Organisatoren des Moot Court einige Änderungen im Wettbewerb vorgenommen. So wurden erstmals Viertelfinale ausgetragen und damit mehr studentischen Teams als bisher die Gelegenheit geboten, vor der fachkundigen Jury zu plädieren, die sich aus Vertretern der Anwaltschaft, Justiz und Verwaltung zusammensetzte. Insgesamt nahmen diesmal 29 Teams aus 17 deutschen Universitäten teil. Träger des Wettbewerbs ist die gemeinnützige Soldan Stiftung, die sich der praxisorientierten Aus- und Fortbildung von Juristen verschrieben hat. Sie unterstützt Institutionen der Anwaltschaft und universitäre Einrichtungen sowie das Soldan Institut. Getragen wird die Stiftung von der Hans Soldan GmbH, einem Anbieter für Kanzleibedarf, Fachmedien und Bürodienstleistungen für Anwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. mam/LTO-Redaktion *Änderung vom 17.10., 13:44 Uhr: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Bucerius Law School habe auch den Preis für den besten Klägerschriftsatz gewonnen. Nach einer Richtigstellung seitens der Veranstalter wurde dies korrigiert.

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